Bert­hold Hen­se­ler: Münch­ner Glücks­kindl

Es war ein­mal vor lan­gen, lan­gen Jah­ren, ein armer Bau­er, den die Not sehr plag­te. Sein geschun­de­nes Dorf lag am Ufer der Isar. Doch, es wäre die Isar nicht die Isar gewe­sen, hät­te nicht ein Zei­chen, den Bau­er zum rau­schen­den Was­ser geru­fen. Dort fand er ein Madl in den eisi­gen Flu­ten, ange­bun­den an ein Fass. Ganz Mann sprang er hin­ein, es zu ret­ten. Da kam ein vor­bei­rei­sen­der vene­zia­ni­scher Kauf­mann des Weges ihm zur Hil­fe. Die drei fan­den nur mit Mühe ans Ufer und fie­len ermat­tet in einen tie­fen Schlaf. Tags drauf spen­de­te ein pil­gern­der Mönch den Gestran­de­ten sei­nen wär­men­den Umhang. Da erwach­te das tot­ge­glaub­te Kind, ein­ge­hüllt in eine brau­ne Kut­te. So ward es fort­an das Glücks­kindl gehei­ßen.


Ein Leben ohne Fes­te ist wie eine Rei­se ohne Gast­haus.

Demo­krit

Pro­sa­lek­to­rat einer frü­hen Fas­sung

BUCH


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