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Lektoren

Buch versus E-Book

Wenn man dem nun seit Jahren andauerenden Schlachtengetümmel in der Buchmarkt-Szene glauben schenken will, so lautet der große Kampf der Zeit: Buch versus E-Book. Und doch täuscht dieses Szenario.

Es gibt keinen Kampf, erst recht keinen Kulturkampf – es sei denn, die digitale Welt wird von alten Bücherwürmern als eine neue Kultur empfunden, gegen die Krieg geführt werden muss. Mancher mag so denken. Aber der verkennt die beständige Fortentwicklung der Kulturtechniken und derjenige könnte ebensogut mit Sokrates rufen, Schriftkultur sei das Ende des Denkens. Und so bedeutet auch das E-Book nicht das Ende des Buches und erst recht nicht das Ende der Kultur.

Was umso deutlicher hervortreten lässt, dass es sich unter der Hand um ökonomische Interessen im Buchmarkt handelt. Daher rührt vermutlich auch der agressive Duktus so mancher Verlagsmenschen: Das Fell des Bären wird neu verteilt.  Alte Verlage tun sich schwer mit neuen digitalen Konzepten. Und es gibt junge Technikentwickler und -hersteller sowie Verwerter von Software und Inhalten, die munter in den Buchmarkt drängen, beziehungsweise digitale Vertriebswege etablieren.

Buch und E-Book

Das Ergebnis wird eine Neuordnung sein – allerdings kein Untergang des Abendlandes, wie so mancher Mahner uns Glauben machen will. Wir befinden uns schlicht und ergreifend im Übergang zu einer Ergänzung der Lesewelt durch digitale Geräte und Inhalte. Sicher wird es auch einen Rückgang der sichtbaren Buchbestände, wie wir sie bisher kennen, geben. Aber den Tod des gedruckten Buches mit Sicherheit nicht. Denn weder Handschrift, Radio, Fernsehen, Schallplatte oder Zeitung sind ausgestorben, wenngleich schon viele deren Ende herbeigeredet haben.

Die große Diskussion, die mit viel Vehemenz geführt wird, berührt ohne Frage das Geschäft (Buchhändler_innen, Buchverlage, Autor_innen) und ebenso das Selbstbild (Bücher als das Refugium des Intellekts). Dass wir aber bereits mit Taschenbüchern einen Markt haben, der nicht nur schöne Literatur vermarktet, das wird dabei nur zu gerne unterschlagen. Da geht es oftmals – und zu Recht – um einen Lese-Quicki, Omas Kochrezepte oder Ratgeber für dies und das. Nur das ist nicht wirklich neu und auch nicht das Ergebnis der Digitalisierung.

Bunte Vielfalt

Wichtig ist es anzuerkennen: Belletristik, Unterhaltung, Sachbuch, Wissenschaft − jedes Genre hat seine Berechtigung. Ebenso wie jedes Medium: Hardcover, Taschenbuch und E-Book. Dieses Bekenntnis ist unerlässlich, wenn man Literatur nicht als kleinen Elfenbeinturm der Wenigen begreifen will. Und das digitale Medium bildet diese Vielfalt ab.

Vermutlich wird das Taschenbuch etwas weniger Umsatz machen als bisher und der Umsatz gedruckter Bücher wird rückläufig sein, keine Frage. Aber dank Print on Demand wird auch vieles (was sonst vergriffen wäre) weiterhin als Buch verfügbar sein. Und wer es anspruchsvoll und haptisch wünscht, der wählt das bibliophile Hardcover. Das gilt für Verlage wie für das Publikum. Die Musikindustrie hat den digitalen Weg vorgemacht.

Der Königsweg: Quo vadis?

Für Autorinnen und Autoren ist die Frage nach dem optimalen Medium natürlich anstrengend: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber eine einfache Frage erleichtert den Weg zum Buch. Will ich alles selber machen, vom Text, über das Layout, bis hin zur Vermarktung? Dann ist Selfpublishing gewiss der richtige Weg.

Will ich mich aufs Schreiben konzentrieren? Dann führt der Weg eher hin zu einer Agentur und den klassischen Verlagen. Dazwischen gibt es alle Abstufungen, die irgend nur denkbar sind.

Wenn Sie in dieser Frage unentschieden sind: Vielleicht ist ja ein Blick auf unser Coaching-Angebot hilfreich. Dann können wir gemeinsam herausarbeiten, was für Ihr Manuskript und Ihre Arbeit der richtige Weg ist!

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